Stromkosten einer mobilen Klimaanlage über eine Saison

Eine mobile Klimaanlage kühlt zuverlässig, verursacht dabei aber laufende Stromkosten, die über eine ganze Saison durchaus ins Gewicht fallen. Wer vor der Anschaffung oder vor dem nächsten Sommer wissen will, mit welchem Betrag zu rechnen ist, kann das mit ein paar Zahlen aus dem Datenblatt und dem eigenen Stromvertrag selbst überschlagen.
Die Formel für die Stromkosten
Die Berechnung folgt einer einfachen Formel. Leistungsaufnahme in Kilowatt mal Laufzeit in Stunden mal Strompreis pro Kilowattstunde ergibt die Kosten für diesen Zeitraum. Die Leistungsaufnahme steht auf dem Typenschild des Geräts oder im Datenblatt, meist zwischen 800 und 2.000 Watt je nach Kühlleistung und Raumgröße.
Rechenbeispiel für einen Tag
Ein Gerät mit 1.000 Watt Leistungsaufnahme, das an einem heißen Tag sechs Stunden läuft, verbraucht 6 Kilowattstunden. Bei einem Strompreis von 32 Cent pro Kilowattstunde entstehen daraus knapp 1,92 Euro Stromkosten für diesen Tag.
Was eine Saison wirklich kostet
Für eine realistische Saisonrechnung zählt weniger der einzelne Hitzetag als die Gesamtzahl der Kühltage. In gemäßigten Regionen Deutschlands sind das üblicherweise 25 bis 40 Tage im Jahr, an denen ein Gerät überhaupt sinnvoll läuft, in wärmeren Lagen oder Dachgeschosswohnungen auch deutlich mehr.
Bei 30 Kühltagen mit je sechs Betriebsstunden und den 1.000 Watt aus dem Beispiel oben ergeben sich 180 Kilowattstunden für die Saison, bei 32 Cent pro Kilowattstunde also rund 57,60 Euro. Läuft ein leistungsstärkeres Gerät mit 1.500 Watt über dieselbe Zeit, liegt die Saison bei etwa 86,40 Euro. Wer nachts durchkühlt statt nur tagsüber, kann die Betriebsstunden schnell verdoppeln und landet entsprechend beim doppelten Betrag.
Was den Verbrauch in der Praxis nach oben treibt
- Ein zu klein dimensioniertes Gerät für die Raumgröße läuft dauerhaft auf voller Leistung, statt zwischendurch abzuschalten.
- Ein nicht richtig abgedichtetes Fenster mit Abluftschlauch lässt warme Luft nachströmen, das Gerät kühlt gegen sich selbst an.
- Direkte Sonneneinstrahlung auf den Raum ohne Verschattung erhöht die Kühllast zusätzlich.
- Ein zu niedrig eingestellter Zieltemperatur-Wert verlängert die Laufzeit unnötig, jedes Grad kostet spürbar mehr Energie.
Umgekehrt lässt sich mit einfachen Mitteln sparen. Rollläden oder Verdunklung tagsüber geschlossen halten, die Zieltemperatur nicht unter 24 Grad setzen und den Abluftschlauch so kurz und gerade wie möglich verlegen, das senkt die Laufzeit spürbar, ohne dass der Komfort merklich leidet.
Splitgerät oder Monoblock, was sich langfristig rechnet
Ein fest installiertes Splitgerät arbeitet mit einem höheren Wirkungsgrad als ein mobiles Monoblockgerät, weil bei Letzterem durch den Abluftschlauch immer etwas gekühlte Raumluft mit nach draußen entweicht und durch warme Luft ersetzt werden muss. Über eine Saison gerechnet kann ein Monoblockgerät dadurch 20 bis 30 Prozent mehr Strom verbrauchen als ein vergleichbar starkes Splitgerät. Für Mieter, die keine feste Installation vornehmen dürfen oder nur wenige Wochen im Jahr kühlen, gleicht die Flexibilität des mobilen Geräts diesen Nachteil in der Praxis aber meist aus.
Einordnung im Vergleich zu anderen Haushaltsgeräten
Eine Zahl allein sagt wenig, ein Vergleich hilft mehr. Ein Kühlschrank verbraucht über ein ganzes Jahr meist zwischen 150 und 250 Kilowattstunden, eine mobile Klimaanlage kann allein in den 30 Kühltagen einer Saison schon 150 bis 250 Kilowattstunden erreichen, je nach Gerätestärke und Nutzung also ähnlich viel wie der Kühlschrank im ganzen Jahr. Wer diese Größenordnung im Kopf hat, plant realistischer, statt sich von einem einzelnen niedrigen Wattwert auf dem Typenschild in Sicherheit wiegen zu lassen. Die tatsächliche Jahresstromrechnung steigt durch ein zusätzliches Gerät also spürbar, bleibt aber meist im überschaubaren zweistelligen Bereich.
Aktuelle Zahlen bei der Berechnung nutzen
Weil sich der Strompreis von Jahr zu Jahr und von Anbieter zu Anbieter deutlich unterscheidet, lohnt sich vor der eigenen Rechnung ein Blick auf den tatsächlichen Preis aus der letzten Jahresabrechnung statt auf einen pauschalen Richtwert. Eine ausführliche Rechenanleitung mit weiteren Beispielen bietet auch der Beitrag von EnBW zum Stromverbrauch von Klimaanlagen, der die Formel anhand mehrerer Geräteklassen durchrechnet.
Timer und Zieltemperatur richtig nutzen
Die meisten mobilen Geräte bringen einen einstellbaren Timer mit, der sich für die Stromkostenrechnung direkt auszahlt. Statt die Klimaanlage über Nacht durchlaufen zu lassen, reicht oft eine Laufzeit von ein bis zwei Stunden nach dem Zubettgehen, um den Raum spürbar herunterzukühlen, danach hält die Trägheit der Raumluft die Temperatur meist bis zum Morgen angenehm. Wer den Timer konsequent nutzt, kann die Betriebsstunden aus den Beispielen oben oft um ein Drittel senken, ohne auf den Kühleffekt am Abend zu verzichten.
Kurz zusammengefasst
Die Stromkosten einer mobilen Klimaanlage über eine Saison lassen sich mit Leistungsaufnahme, geschätzter Laufzeit und dem eigenen Strompreis grob berechnen. Bei einem mittelstarken Gerät und rund 30 Kühltagen bewegt sich die Spanne meist zwischen 50 und 90 Euro, mit stärkeren Geräten oder mehr Betriebsstunden entsprechend höher. Eine gute Abdichtung des Abluftschlauchs und eine moderate Zieltemperatur senken die Kosten am wirksamsten, ohne dass an Kühlleistung gespart werden muss.
Wie ein Gerät die Wintermonate übersteht, steht im Beitrag Klimagerät einlagern, zur laufenden Pflege im Beitrag Klimaanlage Wartung und zu den technischen Grundlagen im Beitrag Welche Klimatechnik gibt es?
